Auslandsaufenthalt – segeln auf fremder See

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Um einmal ganz auf sich selbst gestellt zu sein, bietet sich ein Aufenthalt im Ausland an. Der stellt jeden vor besondere Herausforderungen: Eine andere Sprache, eine andere Kultur, andere Umgangsformen, anderes Essen, andere Arten sich zu organisieren – alles ist anders als zu Hause. Das verlangt Flexibilität, Mut und Durchhaltevermögen. Es ist immer ein bisschen so, als ob Sie mit unbekanntem Ziel in See stechen.

Corona

Die Möglichkeiten ins Ausland zu gehen waren bis zur Pandemie vielfältig. Aktuell weisen wir daraufhin, dass man es gut überlegen sollte, ins Ausland zu reisen. Dennoch bleibt das Thema interessant und in der Hoffnung, dass die internationale Pandemielage sich entspannt, haben wir uns entschlossen, einen Artikel zu den Möglichkeiten, Auslandserfahrung zu sammeln, zu schreiben.

Fremdsprachkenntnisse

Nichts bietet bessere Chancen, um Fremdsprachkenntnisse zu erwerben oder zu verbessern, als ein Sprachkurs im Ausland. Die Sprache öffnet einem die Türen zum Verständnis fremder Kulturen. Insbesondere in Europa und Nordamerika finden sich viele Organisationen, die eine große Bandbreite von Programmen anbieten. Teilweise organisiert man den Alltag neben der Sprachschule komplett selbst, manchmal ist man auch in Gastfamilien untergebracht ist. Eine andere Möglichkeit ist eine Sprachreise, bei der man in einem Land unterschiedliche Stationen besucht und jeweils vor Ort Unterricht nimmt. Der Vorteil ist hier, dass man pro Ort immer eine weitere Facette der Kultur des Landes erfährt. Sollte man nicht das Geld für einen Aufenthalt übrighaben, so gibt es die Möglichkeit des Work & Travel. Die Vorsichtigeren sorgen bereits zu Hause für Arbeitsmöglichkeiten im Ausland und die Abenteuerlustigen fahren einfach drauf los und suchen sich vor Ort Gelegenheitsjobs. Beliebt sind Tätigkeiten in der Landwirtschaft, bei denen man nicht nur ungeschminkte Einblicke in die Lebensverhältnisse vor Ort erhält, sondern auch der Natur oder Tieren – etwa auf Pferdehöfen – nahe kommt. Eine ganze Reihe von Institutionen kümmert sich um den Austausch von Schülern und Jugendlichen. Sei es, dass diese in Gastfamilien oft gegen Geld untergebracht sind, um dort eines der letzten Schuljahre zu verbringen oder aber als au pair, bei dem man für Kost und Logis vor allem die Betreuung von Kindern übernimmt.

Soziales Jahr im Ausland

Und dann gibt es noch die Möglichkeit bei einem Freiwilligendienst im Ausland zu arbeiten. Der Bundesfreiwilligendienst offeriert eine Reihe von Möglichkeiten an, im Ausland ein freiwilliges soziales Jahr zu verbringen. Dort kann man beispielsweise in Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen arbeiten.

Auslandspraktika

Auch ein Praktikum im Ausland ist möglich. Oft lernt man so alternative Arbeitsweisen kennen. Manche Kenntnisse kann man sogar nur im Ausland erwerben, weil es im Inland die Möglichkeit zur Erprobung nicht gibt. Manche Techniken, insbesondere in besonders spezialisierte Handwerken, kann man nur im Ausland erlernen. Auch werden manche Berufsausbildungen in Deutschland eben nicht angeboten. Dabei lernt man auch, dass der Arbeitsstil sich von Land zu Land oft sehr unterscheidet. Der Umgang miteinander, die Anforderungen, das Tempo – all dies kann sich sehr unterscheiden von dem, was man gewohnt ist.

Adressen

Es gibt eine große Anzahl an Anbietern, die ein Auslandsjahr organisieren helfen. Darunter befinden sich deutsche Träger wie etwa Open Door International e.V., der Bunderfreiwilligendienst oder auch ausländische Instiutionen wie z. B. Up With People. Einige sind spezialisiert auf bestimmte Länder andere auf bestimmte Arten des Austausches wie etwa TravelWorks. Einige von ihnen sind kommerziell andere wiederum gemeinnützig oder werden von der öffentlichen Hand getragen. Man sollte sich im Vorfeld über die jeweilige Organisation gut informieren und genau überlegen, welchen Service man benötigt. Bei der großen Auswahl kann man Auskünfte einholen, die unter anderem das Portal austauschjahr.de gibt.

Erfahrung der Selbständigkeit

Das gute an einem Auslandsaufenthalt: Junge Leute, die aus dem Ausland zurückkehren, sind sie im Vergleich zu ihren Altersgenossen noch und selbstsicherer. Das fanden Psychologen der Universität Jena im durch eine Umfrage unter insgesamt 741 Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren heraus. Die Erfahrung, einmal allein auf sich gestellt zu sein, lässt jeden reifen und selbständiger werden. Man lernt, dass einem vieles gelingen kann und dass immer auch einmal etwas schief läuft. Wem es einmal gelungen ist, in einem französischen Hafennest in der Provinz gelungen ist, am späten Abend eine Unterkunft zu bekommen, obwohl er mit seinem Schulfranzösisch auf taube Ohren stieß, der hat etwas fürs Leben gelernt. Wer den Sprung ins kalte Wasser gewagt hat, sagt später oft, dass dies eine sehr positive Erfahrung war.